Merkel erklärt die Homo-Ehe zur Gewissensfrage. Die Abstimmung soll noch diese Woche durch den Bundestag, und die Abgeordneten dürfen frei entscheiden. Traurig, dass das wirklich bemerkenswert ist, weil es doch die Regel sein müsste.

Wenn es um Wählerstimmen oder Machterhalt geht, macht Merkel halt jeden U-Turn mit. Aber wie ist das eigentlich genau mit dieser „Ehe für alle“, von der jetzt alle anstatt Homo-Ehe reden? Ist die noch freier, und dürfen dann sogar Polygamisten?

Wikipedia erklärt:

Die Marchantiidae sind eine Unterklasse der Lebermoose und umfassen die Lebermoose mit komplex gebauten Thalli. Mit einem Umfang von rund 350 Arten sind sie die größte Unterklasse der Marchantiopsida.

Da stellt sich mir die Frage: Wenn eine Unterklasse der Lebermoose schon 350 Arten hat, wie viele gibt es dann insgesamt? Rund 16.000, weiß abermals Wikipedia.

Schweriger wird es bei der Gesamtzahl aller Arten. Der längliche Wikipedia-Artikel deutet schon darauf hin, dass es da in der Wissenschaft eine große Bandbreite an Schätzungen gibt. Eine recht aktuelle aus dem Jahr 2011 geht von insgesamt 8,7 Millionen Arten aus.

Im Endergebnis kamen die Forscher auf circa 7,8 Millionen Tiere, fast 300.000 Pflanzen, über 600.000 Pilze, 36.000 tierische Einzeller und 27.000 Algen.

Ob man nun von 5 oder 15 Millionen Tierarten ausgeht: die Tiere dominieren deutlich bei der Vielfalt, bilden aber nur 2 Promille der Biomasse.

„Sex sells“ stimmt so nicht. Hat zumindest eine Meta-Studie von 78 Untersuchungen aus den Jahren 1969 bis 2017 ergeben. Die Probanden erinnerten sich zwar eher an sexy Werbung, kauften die Produkte aber nicht öfter. 

Kann ich bestätigen: Ich erinnere mich an die damals skandalöse Fa-Werbung, habe die Seife aber nur einmal mangels Alternative auf einem Campingplatz gekauft.

Wikipedia erklärt:

Dienst ist ein Kurzfilm von Jochen Alexander Freydank. Die rund 12-minütige Satire wurde von Mephistofilm GbR produziert und im Jahre 2002 in Berlin gedreht. Der Film erhielt zahlreiche Nominierungen und Preise und wurde am 16. Februar 2005 auf ARTE zum ersten Mal im deutschen Fernsehen gezeigt.

Das ist mal ein interessanter Treffer! Ein Wachmann sorgt auf den Straßen eines fiktiven Landes für Ordnung und schießt dabei etwas über das Ziel hinaus. Teilweise wurde der Film mit versteckter Kamera gedreht und Passanten einbezogen. Und in Deutschland darf noch immer jeder machen, was er will, solange er nur eine Uniform trägt.

Der Regisseur selbst meint, es sei ein „böser Heimatfilm“ geworden. Jetzt müsste ich ihn nur noch zu sehen kriegen, finde ihn aber online nicht. Seinen 2009 mit dem Academy Award ausgezeichneten Kurzfilm Spielzeugland gibt’s hingegen bei YouTube.

WhatsApp-Nutzer müssen schriftliche Einwilligungen ihrer Telefonbuch-Kontakte zur Weitergabe ihrer Daten an WhatsApp einholen. Das Amtsgericht Bad Hersfeld hat geurteilt, dass eine Mutter bei WhatsApp-Nutzung ihres Sohnes wegen der Gefahr kostspieliger Abmahnungen genau dafür Sorge zu tragen hat, woraus sich eine Pflicht für alle Nutzer herleiten lässt. Das Urteil.

Also mich hat noch keiner gefragt *durchstelefonbuchscroll*. Kann ich da eigentlich auch selbst abmahnen oder brauche ich einen Anwalt?

Update: Einschätzung eines Anwalts zu den Folgen des Urteils. Eine Abmahnwelle droht zunächst nicht. 

Wikipedia erklärt:

Die Abtei Saint-Vanne (Sanctus Vitonus) war ein Benediktinerkloster in Verdun. Die Abtei, die innerhalb der heutigen Zitadelle von Verdun stand, war im 17. Jahrhundert der Ausgangspunkt der benediktinischen Reformen nach dem Konzil von Trient.

Was Religiöse – egal welcher Geschmacksrichtung – vor sich hin reformieren, interessiert mich eigentlich nur, wenn es zu Berührungspunkten mit der säkularen Welt kommt. Und da ist der einzige Anknüpfungspunkt im Artikel der Inventurstreit, bei dem es im 11./12. Jahrhundert um die Besetzung klerikaler Ämter zwischen Königtum und Papsttum zum Konflikt kam, die Abtei aber keine besondere Rolle spielte. Und diese Ämter könnte der Papst wegen mir gerne alle allein bestimmen, solange wir nicht für sie zahlen müssen. Müssen wir aber.

Die Übergroße Koalition hat diese Woche gleich noch ein paar weitere Rechte abgeschafft

Neben der Ausweitung des Einsatzes von Staatstrojanern wurde mit dem Gesetzespaket auch beschlossen, dass bei der Polizei vorgeladene Zeugen eine Erscheinenspflicht haben. Bislang mussten Zeugen erst vor dem Richter wirklich erscheinen. Außerdem soll in Zukunft der Führerscheinentzug auch für Straftaten möglich sein, die nichts mit Fahren zu tun haben. Auch das ist verfassungsrechtlich ein bedenklicher Vorgang. Und zu guter Letzt entfällt in Zukunft bei Verkehrskontrollen mit Blutentnahme der Richtervorbehalt. Bislang musste immerhin ein Richter die Blutentnahme anordnen, die einen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit des Betroffenen darstellt.

Fraunhofers entwickeln eine App, die ein Smartphone zum Spektrometer macht. Dabei wird das zu untersuchende Objekt vom Display mit verschiedenfarbigem Licht beleuchtet und die Reflexion über die Kamera gemessen, um die chemische Zusammensetzung zu analysieren.

Sie soll auch feststellen können, ob Äpfel oder Salatköpfe wirklich Bioprodukte sind oder Rückstände von Pestiziden aufweisen, wie frisch Fleisch von der Wursttheke ist, ob ein Pflanze krank ist, obwohl sie noch gesund aussieht, welches Pflegeprodukt die Haut des Smartphonebenutzers gerade nötig hätte und einiges mehr.

(via Kraftfuttermischwerk)

Wikipedia erklärt:

A Haber ist ein türkischer privater Nachrichtensender mit Sitz in Beşiktaş in Istanbul. Er wird auf Türksat (42.0° Ost) ausgestrahlt.[1] Bekannt wurde der Sender in Deutschland durch seinen Bericht, der im Zuge der Böhmermann-Affäre Deutschland als diktatorisch und gegen die Pressefreiheit angehend darstellen sollte.

Was dann auch erklärt, warum es den Sender noch gibt. Ansonsten hat der Artikel nur noch zwei Sätze zu den Besitzverhältnissen zu bieten, und auch seine Relevanz steht zur Diskussion.

Die Relevanzdiskussion ist in der deutschen Wikipedia ja ohnehin ein recht spezielles Thema. Ich finde, dass auch solche Artikel ihre Berechtigung haben. In einer digitalen Enzyklopädie ist jedes Bit an Information hilfreich und wertvoll. Und wenn es nur einem Leser hilft, den mal gehörten Namen wieder einzuordnen.

Wikipedia erklärt:

Stefan Siebers (* 20. Jahrhundert) ist ein deutscher Autor und Übersetzer und Herausgeber hebräischer Literatur.

Neben zwei Sätzen zu seiner wissenschaftlichen Laufbahn enthält der Artikel nur eine kurze Auswahl seiner Veröffentlichungen. Auch sonst finde ich außer einer kurzen Autoren-Info bei KiWi nichts.

Lieber Stefan Siebers! Falls wir uns nicht mal persönlich kennen lernen, werde ich Dich wohl leider wieder vergessen. sad